Adventskalender: Türchen 3

Hilfe, der Adventskranz brennt!

Echte Kerzen zur Weihnachtszeit bereiten durch ihren warmen Schein eine besinnliche Stimmung. Egal ob auf dem Adventskranz- oder Gesteck, am Weihnachtsbaum oder auf dem Gabentisch, ihr Flackern ist schön anzusehen und sorgt für die passende Atmosphäre im Raum.
Allerdings kann dies insbesondere Kinder dazu verleiten, die Gefahr des Feuers zu vergessen oder falsch einzuschätzen. Gerade wenn die Kerzen in der dunklen Jahreszeit und zur Weihnachtszeit alltäglich werden. Besonders die Erwachsenen sind hier gefordert, mit guten Beispiel voranzugehen und den umsichtigen Umgang mit Feuer zu vermitteln.

Tipps zum richtigen Umgang mit Kerzen und Teelichtern

Hinter diesem Türchen verbergen sich Profi-Tipps zum richtigen Umgang mit Kerzen und Teelichtern. Zusammengestellt von Peter Lücking, der bei uns im Unternehmen nicht nur als externer Datenschutzbeauftragter und IT-Berater tätig ist, sondern sich bereits seit vielen Jahren ehrenamtlich bei der freiwilligen Feuerwehr engagiert und daher ein Lied über brennende Adventskränze singen kann. Auch in dieser Hinsicht sorgt Peter für Sicherheit, und darüber sind wir sehr froh. Diese Tipps gelten übrigens nicht nur für die Advents- und Weihnachtszeit ;-).

Grundlegende Regeln bei Verwendung von echten Kerzen oder Teelichtern:

  • Lassen Sie Kerzen oder Teelichter niemals unbeaufsichtigt brennen und niemals Kinder und Haustiere mit brennenden Kerzen allein in einem Raum. Unachtsamkeit ist die Brandursache Nummer eins!
  • Bewahren Sie Feuerzeuge und Streichhölzer sicher auf, so dass Kinder nicht selbstständig die Kerzen anzünden können.
  • Kerzen nicht unter starker Zugluft brennen lassen.
  • Verwenden Sie immer geeignete, stabile, nicht brennbare Kerzenhalter und achten Sie auf Standsicherheit der Kerze.
  • Verwenden Sie keine Kerzen die aufgrund von Sonneneinstrahlung bereits ihre Form verändert haben, wodurch ein sauberes Abbrennen nicht mehr gewährleistet ist. Die Mischung aus Paraffin und Stearin, aus der Kerzen in der Regel hergestellt sind, kann schon ab 40°C (z.B. durch Sonneneinstrahlung) weich werden.
  • Beachten Sie bei Verwendung von Kerzen oder Teelichtern die Einhaltung ausreichender Abstände zu anderen brennbaren Gegenständen, wie Gardinen, Tannenzweigen, Lampenschirmen, Geschenkpapier oder ähnlichem. Besonders bei Stövchen, Aroma Verdunstern oder Kerzenpyramiden und -häusern sollte darauf geachtet werden, dass diese nicht zu heiß werden und sich dadurch entzünden.
  • Achten Sie auf heruntertropfendes Wachs bei dem Adventsgesteck oder dem Weihnachtsbaum. Auch das flüssige und heiße Wachs hat eine so hohe Temperatur, dass dadurch das trockene Tannengrün entzündet werden kann.
  • Bewegen Sie niemals brennende Kerzen oder Teelichter, deren Wachs noch flüssig ist. Es besteht die Gefahr von Verbrennungen am Körper oder das Entzünden anderer Gegenstände durch herunter tropfendes Wachs.
  • Lassen Sie Kerzen nie ganz herunter brennen. Auch die Flamme kann durch ihre Wärme das nach ein paar Tagen ausgetrocknete Tannengrün oder sonstige Dekorationen am Adventsgesteckt oder Weihnachtsbaum entzünden.
  • Löschen Sie Kerzen nicht durch starkes Pusten, sondern mit dem Finger oder noch besser durch einen Kerzenlöscher.
  • Besondere Vorsicht gilt bei Teelichtern:
    Diese niemals dicht nebeneinander stellen oder gruppieren. Halten Sie einen Mindestabstand von ca. 10 Zentimeter dazwischen ein. Teelichter erreichen beim Abbrennen eine sehr große Hitzeentwicklung. Dadurch entsteht die Gefahr einer schlagartigen Zündung brennbarer Gase oberhalb der Gesamtfläche. Hierdurch brennt dann nicht nur das einzelne Teelicht in seinem Gefäß, sondern die gesamte Fläche aller Teelichter als eine große unkontrollierbare Flamme.
  • Stellen Sie Teelichter niemals direkt auf leicht entflammbare Unterlagen, wie z.B. Servietten oder Tannenzweige.

Gefahren bei Verwendung elektrischer Lichterketten und Kerzen:

  • Bei der Verwendung von LED-Lichterketten oder -Teelichtern sollte darauf geachtet werden, dass diese ein VDE Prüfzeichen besitzen und entsprechend zugelassen sind.
  • Achten Sie auf die Überlastung von Steckdosen, schließen Sie nicht die gesamte Weihnachtsbeleuchtung an nur einer Steckdose an. Es kann zu einer Überlastung, und
    somit eventuell zu einem Kabelbrand in der Steckdose oder der Wand kommen.
  • Verwenden Sie keine hintereinander geschalteten Mehrfachstecker. Auch hierdurch besteht die Gefahr das Mehrfachstecker überlastet werden und schmelzen können.
  • Nehmen Sie vor Inbetriebnahme eine Sichtprüfung der Lichterketten vor. Achten Sie auf defekte Glühlampen, deren Glassockel gesplittert ist, auf verbogene Stecker oder auf eine beschädigte Isolierung der Leitungen. Es besteht nicht nur die Gefahr des Brandes, sondern auch die Gefahr eines Stromschlages bei beschädigten Kabeln oder Steckern.

Vorbeugend. Für den Fall, dass was passieren sollte:

  • Stellen Sie geeignete Löschmittel wie z.B. Feuerlöscher oder Löschdecken, einen Eimer Wasser oder eine Gießkanne bereit.
    ACHTUNG! Teelichter sind üblicherweise aus Paraffin, einem Erdölprodukt. Gelten also als Flüssigkeit. Sie können und dürfen, genauso wie Fett, Öl oder Benzin, nicht mit Wasser gelöscht werden. Hier müssen die Flammen durch eine Decke oder ein feuchtes Handtuch erstickt werden.
  • In fast allen Bundesländern herrscht eine Rauchmelderpflicht. Teilweise gibt es noch Übergangsregelungen für Bestandsbauten. Sollten Sie noch keine Rauchmelder installiert haben, holen Sie dies dringend nach. Rauchmelder retten leben, nicht nur zur Weihnachtszeit!

Und wenn es dann doch brennt:

  • Wählen Sie den Notruf 112 der Feuerwehr und des Rettungsdienstes. Die Feuerwehr macht Hausbesuche, auch an Weihnachten und zu Sylvester.
  • Unternehmen Sie bei kleineren Entstehungsbränden eigene Löschversuche durch Abdecken der Flamme mit einer Decke, einem nassen Handtuch oder sofern verfügbar, einem Feuerlöscher.
  • Sollte der Brand zu weit fortgeschritten sein, und Sie können das Feuer nicht schnell genug löschen, weil bereits der gesamte Weihnachtsbaum oder Tisch brennt, dann bringen Sie sich nicht unnötig in Gefahr! Schließen Sie alle Fenster und Türen zu dem betroffenen Raum und bringen sich und Ihre Familie sowie Haustiere schnellstmöglich in Sicherheit. Verlassen Sie schnellstmöglich die Wohnung und das Haus. Informieren Sie, wenn noch möglich, weitere Mitbewohner des Hauses, und warten Sie mit ausreichendem Abstand zum Gebäude auf das Eintreffen der Feuerwehr.
    Beachten Sie: Bei einem Feuer in einer Wohnung ist die größte Gefahr nicht das Feuer das Sie sehen, sondern das, was Sie nicht sehen können: Giftiger Rauch und Gase, welche durch Textilien, Teppiche, Möbel etc. bei der Verbrennung entstehen.
  • Beachten Sie, dass sich materielle Dinge meistens ersetzen lassen. Ein Menschenleben aber nicht. Setzen Sie sich daher keinen unnötigen Gefahren aus, sondern überlassen Sie die restlichen Arbeiten den Fachleuten.

Wir wünschen Ihnen mit diesen Tipps eine achtsame, ruhige und besinnliche Advents- und Weihnachtszeit.